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Not lehrt beten…

Sagt man manchmal mit einem abfälligen Unterton: Wenn es den Menschen gut geht, denken sie nicht an Gott, aber wenn es ihnen schlecht geht, denken sie an ihn und erwarten, dass er schnell hilft.
Ist dieser Vorwurf wirklich berechtigt? Ist es nicht gerade sinnvoll, in der Not zu beten, dann, wenn es uns ganz fest bewusst ist, wie wenig wir unser Leben in der Hand haben, wie sehr es ein Geschenk ist?
Und was wäre das für ein Gott, der sagt: Weil du in der guten Zeit nicht an mich gedacht hast, muss du jetzt auch nicht kommen. Ist es nicht gerade ein Zeichen von Gottes Grösse, dass er nicht so kleinlich rechnet? «Bittet, dann wird euch gegeben», heisst es ganz schlicht und voller Zuversicht im Matthäusevangelium (Mt 7,7). Bleiben wir in dieser Zeit mit vielen düsteren äusseren Einschränkungen im Gebet verbunden, mit Gott und untereinander.