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Ich ernte, was ich säe!

Es gibt nichts Schöneres, als im Frühling im Garten oder auf dem Balkon Pflanzen zu säen oder einzusetzen. Das Kopfkino läuft, man riecht die Kräuter und das Gemüse und vielleicht können wir es sogar schon schmecken. Herrlich! Wir bereiten uns auf den Frühling, auf den Neustart in der Natur vor, beziehungsweise dieses Jahr sind wir schon mitten drin. Die Zeit des Innehaltens und Ruhens war kurz. Aber die Natur macht es uns vor. Es braucht eine innere Bereitschaft für das Neue. Die Fastenzeit gibt uns Christen die Möglichkeit des Innehaltens, des inneren Erneuerns, damit wir bereit sind für die Osterbotschaft. Wie haben wir die Fastenzeit genutzt? Der Fastenkalender gibt immer wieder gute Impulse, zum Innehalten, um mit einem neuen Bewusstsein zu starten. Dieses Jahr unter dem Slogan: «Was nährt mich? Wer nährt die Welt?» Es soll uns bewusstwerden, dass wir mit unserer Ernährung Einfluss auf die Landwirtschaft auf der ganzen Welt haben. So lade ich Sie ein, heute einmal unsere Nahrung unter die Lupe zu nehmen. Woher kommt der Kaffee, Tee, oder die heisse Schoggi, die am Morgen dazugehören? Alle weiteren Nahrungsmittel, die wir heute verzehren? Überprüfen wir, wie und wo sie hergestellt wurden? Haben wir mit der Konsumation bereits die ganze Welt bereist? Wahrscheinlich schon, wenn ich meinen Speisezettel von heute ansehe. Obwohl ich immer wieder bewusst einkaufe, gewinnt doch mal wieder die Lust auf ein paar Beeren im Müesli oder ein Schoggiaufstrich, wo man nach genauem Nachlesen merkt: «mit Palmöl.» Klar denken wir schon längere Zeit über unser Verhalten mit Nahrungsmitteln nach, gerade mit der «Friday for Future» Bewegung noch etwas mehr. Aber das Fastenopfer lädt uns ein, nicht nur die Nahrungsmittel im Auge zu haben, sondern auch die Menschen, die Bauern, die dahinterstehen. Wir können mit unserem Verhalten die Welt verändern. Vielleicht haben wir manchmal das Gefühl, dass wir viel zu klein sind und eine einzelne Person nichts bewegen kann, aber ich denke, jeder von uns kann in seinen Möglichkeiten das Leben von anderen positiv beeinflussen. Im Fastenopferkalender wurden wir deshalb auch gefragt, was gibt uns Halt? Denn wer im Leben bestehen will und andere positiv beeinflussen möchte, braucht einen guten Anker. Dies können Familie, Freundinnen und Freunde sein, ebenso ein erfüllter Beruf, ein soziales Engagement oder der Glaube. Denn auch hier gilt das Motto: «Ich ernte, was ich säe!» Wenn ich einen guten Anker habe, kann ich für andere ein Ankerpunkt sein. Solltet ihr auf der Suche nach einem Anker sein, meldet euch! In Eurer Umgebung gibt es sicher Menschen, Orte, die euch Halt geben. Die Fastenzeit ist bald vorüber, Ostern steht vor der Tür. Ich hoffe, sie hat euch inspiriert. Sodass ihr euch eurer Ankerpunkte bewusst seid und erkennt, wo und wie ihr das Leben anderer positiv beeinflussen könnt. Ich ernte, was ich säe! So sät ein Lächeln, ein gutes Wort, eine wohlwollende Handlung und erntet ein Lächeln, gute Worte und wohlwollende Handlungen.

Renate Wyss