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Zum Schulstart

Das WICHTIGSTE UND WERTVOLLSTE
Was ist das WICHTIGSTE und WERTVOLLSTE, was wir den Schülern und Schülerinnen im Religionsunterricht mitgeben möchten?
Nehmen wir als Beispiel die Geschichte von König David. Ihr alle kennt sie und die meisten wissen, dass der Riese Goliath heisst. Aber wer von euch hat sich schon einmal die folgenden Fragen gestellt: «Gegen welchen Goliath kämpfe ich?» «Gegenüber wem oder was fühle ich mich klein?» «Wer unterstützt mich?» «Wer oder was ist meine Kraftquelle?» Das Ziel des Unterrichtes ist es, dass den Schülern und Schülerinnen bewusst wird, dass sie nicht irgendeine Geschichte hören, um dann Fragen zu beantworten, sondern dass die Geschichte mit ihrem Leben zu tun hat. Wenn sie bereit sind, sich ihrem Goliath bewusst zu werden, kann man auch gemeinsam Methoden und Kraftquellen nennen, um ihn zu besiegen.
Gemeinsam unsere Stärken suchen mit dem Wissen, das jeder von uns auch Schwächen wie David hat. Mit jedem meine ich auch uns Erwachsene. Was uns ausmacht ist, wie wir mit unseren Schwächen umgehen. Respekt und gegenseitige Wertschätzung ist für mich deshalb das WICHTIGSTE UND WERTVOLLSTE, was ich den Schülern und Schülerinnen mitgebe.
Nur wenn ich den anderen Menschen annehme wie er ist, mit all seinen Facetten, kann ich mir wünschen, dass auch er mich so annimmt. So kann es im Unterricht mal vorkommen, dass ich mit Frau Weiss oder sogar Schwarz angeredet werde und ich darauf reagiere, als hätten sie Frau Wyss gesagt. Denn wie schnell vergisst man selbst einen Namen und es gibt immer jemanden in den Klassen, der korrigiert. Wichtig dabei ist nur, dass dies mit Respekt und Wertschätzung erfolgt. Ich muss nicht lachen oder mich über den anderen lustig machen, denn wie schnell passiert mir so ein Fehler. Das sind die kleinen Beispiele, an denen ich mit den Schülern und Schülerinnen über das WICHTIGSTE UND WERTVOLLSTE rede. Denn nur dann herrscht eine Atmosphäre, wo es möglich ist über unseren persönlichen Goliath zu reden. Dann dürfen die biblischen Geschichten mit meinen Leben zu tun haben, sie dürfen mich berühren. Sie bleiben mir in Erinnerung, weil ich sie mit meinen Emotionen fülle.
So wünsche ich allen, welche mit Kindern und Jugendlichen im Leben zu tun haben, ein gesegnetes Schuljahr und allen immer wieder Begegnungen, wo das WICHTIGSTE UND WERTVOLLSTE, nämlich Respekt und gegenseitige Wertschätzung spürbar ist. Wir bereit sind auf die Frage, «Was hat diese Bibelstelle mit meinen Leben zu tun?», eine Antwort zu geben. Renate Wyss