Allgemein

Die 100 Tage sind vorbei…

… so heisst es jeweils, wenn jemand eine neue Aufgabe übernommen hat. Und dann wird die Person beurteilt, um die es gerade geht. Dies überlasse ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl bei Ihnen und im Pastoralraumteam.
Ich möchte wahrnehmen, wie es den Menschen in den Pfarreien des Pastoralraums Mittlerer Leberberg geht, in Bellach und Selzach und Langendorf und besonders in Oberdorf und Lommiswil, für die ich innerhalb unseres Teams primär verantwortlich bin. Was sind ihre Anliegen? Wo liegen ihre Sehnsüchte? Woran glauben sie? Alle Menschen glauben. Der Glaube ist eine schöpferische Kraft, die dem Leben dient. Dabei ist der Glaube ein lebenslanger Weg, eine persönliche Beziehung, und diese kann sich wandeln. Im Glauben an eine höhere Macht sind wir alle am Suchen. Schön ist es, gemeinsam zu suchen und vielleicht zu finden.

Unsere Aufgabe als Seelsorgende in enger Zusammenarbeit mit den Glaubenden sehen wir darin, – den göttlichen Funken, der zutiefst in jedem Menschen da ist, zu berühren und sie zu sich selber zu führen, – Menschen auf ihrem Glaubensweg auf Augenhöhe zu begleiten und das Feuer des Glaubens als Lebenskraft (neu) zu entfachen, – die lebendige Erfahrung zu vermitteln, dass und wie das Evangelium von Jesus Christus zur Frohen Botschaft werden kann, – für Einsame und Menschen in Not da zu sein, – Gemeinschaften des Glaubens zu fördern und sie eigenverantwortlich handeln zu lassen und – mit anderen Glaubensgemeinschaften und Institutionen konstruktiv zusammenzuarbeiten.
Um die Weihnachtszeit habe ich in Kirchen und Häusern unterschiedliche Krippen gesehen. Allen ist gemeinsam: Hirten, Könige und Wissenschafter, und auch Schafe und Ochs und Esel kommen zum Kind im einfachen Stall und finden so an der Krippe friedlich zu einer Gemeinschaft zusammen. Ein ideales Bild für das Zusammenleben in unseren Dörfern? Beinahe war ich versucht, da oder dort provokativ Figuren dem Ist-Zustand anzugleichen und umzukehren, wie sie vom Kind in der Krippe weglaufen, auseinanderlaufen und für sich allein irgendwo ihr Glück suchen. Doch wer weiss denn, was die Herzen der Mitmenschen bewegt? Und vielleicht gehöre auch ich manchmal zu denen? Im Stillen möchte ich jedoch allen zurufen: Kommt und seht!

Liebe Leserinnen und Leser, ich freue mich, mit Ihnen auf dem Weg sein zu dürfen und wünsche Ihnen Gottes reichen Segen und die Freude des Herzens.

Hans Zünd